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Samstag, 18.09.2021 / 18:04 Uhr

Der Meister von Meßkirch

Silhouette eines Männerkopfes Der bis heute namentlich noch nicht mit letzter Sicherheit identifizierte Hofmaler der Grafen von Zimmern zählt zu den bedeutendsten süddeutschen Künstlern in der Übergangszeit von der Spätgotik zur Renaissance. Neben den Wandfresken im Kloster Heiligkreuztal hat er vor allem in Meßkirch ein Lebenswerk geschaffen. Von seinen allein für die Stadtkirche gemalten zehn Flügelaltären ist nur ein einziges Bild - die Anbetung der drei Könige - am ursprünglichen Ort erhalten. Zahlreiche Werke des Meisters finden sich heute über die großen Kunstsammlungen rund um den Erdball verstreut.

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Das hat sich der Meister von Meßkirch wohl auch gedacht und sein Licht zeitlebens unter den Scheffel gestellt. Kein einziges seiner Bilder hat er jemals signiert. Dabei gehörte er fraglos zu den ganz großen Malern seiner Zeit. Und damals war es eigentlich durchaus schon üblich, dass man als Künstler vor Selbstbewusstsein platzte. War der unbekannte Meister ein Schüler Dürers? Erlernte er seine Kunst in Ulm, Augsburg oder Nürnberg? Wir wissen es nicht. Die Wirren der Reformationszeit hatten ihn frühzeitig arbeitslos gemacht. Es gab selbst für geniale Maler keine Aufträge mehr. Außer in Meßkirch! Der eigensinnige Graf Gottfried Werner von Zimmern ließ gerade jetzt seine Stadtkirche neu erbauen und prächtig ausstatten. Ein Bollwerk altgläubiger Gesinnung sollte hier entstehen, den Evangelischen zum Trotz. Der namenlose Meister schuf im Auftrag des Grafen um 1538 in Meßkirch sein Lebenswerk, das letzte große Altarprogramm des 16. Jahrhunderts, bestehend aus zwölf Flügelaltären mit 64 Gemälden!
 
Heute findet man die Werke des anonymen Meisters verstreut in den großen Kunstsammlungen rund um den Erdball, von Warschau bis Philadelphia. Ein einziges Bild ist an seinem ursprünglichen Ort in der Meßkircher Stadtkirche St. Martin geblieben: sein Hauptwerk, das berühmte Dreikönigsbild.
Für die Meßkircher Stadtpfarrkirche schuf der Meister von Meßkirch den Hochaltar und acht Seitenaltärchen, von denen heute nur noch das Hochaltarblatt mit der Anbetung der Könige dort zu sehen ist. Die zugehörigen Flügel befinden sich in Karlsruhe, Augsburg und Maastricht, von den Seitenaltärchen befinden sich Tafeln in Berlin, Karlsruhe, Nürnberg, Paris, Warschau und Philadelphia. 

Bei einer Ausstellung im Schloss Meßkirch war der Meßkircher Altar 2012 nach über 200 Jahren erstmals wieder in seiner vollen Pracht zu sehen.

Meßkircher Altar des Meisters von Meßkirch
1536 schuf der Meister von Meßkirch im Auftrag von Graf Gottfried Werner von Zimmern den "Wildensteiner Altar" für die Kapelle im Schloss Meßkirch. Der Tatsache, dass eine Kopie dieses Altars in der Burg Wildenstein aufgestellt wurde, hat das Retabel seinen irreführenden Namen zu verdanken. Heute ist der Flügelaltar mit den Zimmerischen Hausheiligen in der Staatsgalerie Stuttgart zu sehen.
  • Mitteltafel des ehemaligen Hochaltars von St. Martin "Die Anbetung der Heiligen Drei Könige", zu sehen in der Kirche St. Martin

Weitere Berührungspunkte in der Region:
  • Eine Kopie des "Wildensteiner Altars" wurde 1873 angefertigt und befindet sich seither in der Kapelle der heutigen Jugendherbere Burg Wildenstein im  benachbarten Leibertingen.
  • Die Ruine der Burg Falkenstein, für die der Meister von Meßkirch den "Falkensteiner Altar" ursprünglich schuf, kann bei einer Wanderung im Donautal besichtigt werden.
  • Eine Wanderbeschreibung finden sie hier.

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  • Stadt Meßkirch
  • Conradin-Kreutzer-Straße 1
  • 88605 Meßkirch
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