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Samstag, 18.09.2021 / 18:20 Uhr

Katharina von Zimmern

Familienwappen von Katharina von Zimmern Mit 18 Jahren Fürstäbtissin des Fraumünsterstifts in Zürich geworden, setzte sie Akzente bei dessen Umbau und Reform. 1524 übergab sie in den Wirren der Reformation freiwillig das Kloster an die Stadt um "die Stadt vor Unruhe und Ungemach bewahren und tun, was Zürich lieb und dienlich ist." So trug sie dazu bei, dass Zürich vor bürgerkriegsähnlichen Zuständen wie in anderen Regionen verschont blieb.

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Was Katharina von Zimmern 1524 tut, fällt für ihren Neffen Froben Christoph von Zimmern unter „Weiber tragen lange Kleider, haben aber einen kurzen Verstand!“ (Zimmerische Chronik):

Da ist sie, über dreißig Jahre nach ihrem Eintritt ins Kloster, Äbtissin des Fraumünsters in Zürich im Rang einer Reichsfürstin. Die Krise, die ihre Familie erlebt hat und in der alle froh waren, das Mädchen gut untergebracht zu haben, ist vorbei. Alles ist wieder im grünen Bereich. Auch Katharina zu etwas gebracht - und nun das! Aus einer gut katholischen Familie stammend, sympathisiert Katharina mit der Reformation in Zürich. Sie verzichtet auf alles, übergibt das Kloster an die Stadt und unterstützt damit die „Wiaschdgläubigen“[1]. Und als ob das noch nicht genug ist: Total in ihn verschossen, heiratet sie einen, der weit unter ihrer Würde ist (und auch noch reformiert!): Eberhard von Reischach. Mit ihm hat sie mehrere Kinder.
 
Voll des Lobes ist dagegen die Stadt Zürich über Katharinas Handeln mit dem gelingt, was sie in der mit ihrem Siegel versehenen Übergabeurkunde schreibt: „Die Stadt vor Unruhe und Ungemacht bewahren und [zu] tun, was Zürich lieb und dienlich ist.“ Groß ist die Gefahr einer gewaltsamen Konfrontation in der Stadt, wie es in der Auseinandersetzung zwischen reformierten und römisch-katholischen Kräften landauf landab vorkam. Besonnen und klug geht sie mit gutem Beispiel den anderen katholischen Einrichtungen der Stadt voran – und verhindert das Schlimmste. 2004 wird ihr ein Denkmal gesetzt, mehrere Bücher beleuchten ihr Leben.

[1] veraltet im Schwäbischen für evangelisch


  • 1478 Katharina kommt im Schloss Meßkirch zur Welt.
  • 1488 Vertreibung der Familie aus Meßkirch, REICHSACHT („der große Unfahl“): Intrigenspiel zwischen den Habsburgern Erzherzog Sigmund von Tirol und Kaiser Friedrich III.
  • 1491 Eintritt ins Fraumünster, Zürich, mit ihrer älteren Schwester Anna
  • 1496 Wahl Katharinas zur Äbtissin
  • 1519 Eberhard von Reischach wirbt Söldner für den Herzog von Württemberg
  • Zwingli, Reformator und Humanist, predigt in Zürich, auch im Fraumünster, Katharina besitzt reformierte Werke, u. a. von Luther und Zwingli (sind mit Widmung erhalten)
  • 1524 Sie übergibt Schlüssel, Besitz und Privilegien der Abtei Fraumünster
  • 1525-1529 Heirat mit Eberhard von Reischach, wohnhaft in Schaffhausen und Diessenhofen, Eberhard viel unterwegs in Reise- und Vermittlungstätigkeit für Herzog Ulrich von Württemberg, Tochter Anna und ein weiteres Kind (früh verstorben) werden geboren.
  • Gut belegt ist die These, dass es sich bei der noch in der Äbtissinnenzeit geborenen Regula Schwarz um eine weitere Tochter aus der Liebesbeziehung von Katharina und Eberhard handelt.
  • 1529 Rückkehr nach Zürich, wohnhaft im Haus "am Bracken", später im Haus "zum Mohren"
  • 11.10.1531 Mann und Stiefsohn fallen in der Schlacht bei Kappel.
  • 17.04.1547 Katharina stirbt mit 69 Jahren.
(Quelle: Christine Christ-von Wedel: Die Äbtissin, der Söldnerführer und ihre Töchter - Katharina von Zimmern im politischen Spannungsfeld der Reformationszeit/ 2019, Theologischer Verlag Zürich)


Sie wollen mehr über Katharina von Zimmern erfahren? Hier finden Sie einen Link zu einem Vortrag über die Äbtissin:
Vortrag von Irene Gysel, Katharina von Zimmern - Vier Frauen auf den Spuren eines Geheimnisses
  • Das sogenannte "Schlössle" wurde von Katharinas Bruder Gottfried Werner von Zimmern ausgebaut.

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