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Samstag, 18.09.2021 / 19:15 Uhr

Heiliger Heimrad

Portrait Heiliger Heimrad Der Heilige Heimrad ist der erste namentlich bekannte Meßkircher. In seiner Lebensbeschreibung wird der Name Meßkirch als Messankirche zum ersten Mal schriftlich überliefert. Heimrad wird als Heiliger verehrt. Er war als Wandermönch in Mitteldeutschland unterwegs und starb am 27. Juni 1019 auf dem Hasunger Berg bei Kassel. Sein Grab war im Mittelalter ein beliebter Wallfahrtsort.

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„ … Der Priester Heimrad, … war eine von den genannten Leuchten des Himmels, der im Laufe seines Lebens überall in der Welt außergewöhnliche Strahlen der Heiligkeit aussandte, aber infolge des Mangels an Menschen, die daran glaubten, blieb die Leuchte lange unter dem Scheffel verborgen.“ (Aus der Lebensgeschichte von Heimrad, niedergeschrieben durch den Mönch Ekkebert von Hersfeld)

Leicht hatten es seine Zeitgenossen wirklich nicht mit dem Heiligen Heimrad. Geboren in Meßkirch, wird er Priester, lässt dann alles hinter sich und pilgert nach Rom und nach Jerusalem. Als er zurückkommt ist er ein anderer und der Ärger vorprogrammiert: Das Normale ist ihm nicht mehr wichtig, sein Chef Abt Arno wirft ihn raus aus Kloster Hersfeld. Peitschenhiebe gibt’s nach einer heftigen Debatte auch noch. Mit dem Bischof läuft es ähnlich. Auf dem Hasunger Berg lässt er sich schließlich als Einsiedler nieder: Gebet, Hilfe für Arme, Predigt. Und sein „Leuchten“ wird für viele sichtbar, Menschen suchen seine Nähe. Am Ende überzeugt er sogar die Offiziellen der Kirche. „Besiegt vom Tod“ wird er am 28. Juni 1019, sein Grab zur Pilgerstätte.
 
Ohne Zweifel ist Heimrad einer, der das konsequent verfolgt, was er einmal als richtig erkannt hat. Gegen den Widerstand seiner Umgebung lebt er, wie er das Evangelium und den Auftrag Jesu versteht: arm, den Menschen und Gott zugewandt. Was die Menschen in seiner Umgebung darüber denken, interessiert ihn erstmal nicht. Am Ende beeindrucken seine Hingabe und die Konsequenz, mit der er seinen Weg geht.
  • Geboren in Meßkirch, vermutlich zwischen 950 und 965.
  • Zunächst Priester, bittet er um seine Entlassung und macht sich auf Pilgerfahrt nach Rom und Jerusalem
  • Sein Eintritt in Kloster Hersfeld scheitert an unterschiedlichen Auffassungen über die Art, wie der Auftrag Jesu gelebt werden soll.
  • In Paderborn trifft er bei Bischof Meinwerk, zu dem er später ein freundschaftliches Verhältnis hat, zunächst auch auf Unverständnis. An beiden Orten erhält er Prügel, bevor er gehen muss.
  • Heimrad erkennt in einer Vision, dass der Berg Hasungen sein Bestimmungsort ist. Er gründet eine Einsiedelei, die rasch großen Zulauf hat: Seine Gottesdienste und Gesprächsangebote und vielfältige Hilfsangebote für Arme, ermöglicht durch Spenden, ziehen viele Menschen an.
  • Am 26. Juni 1019 stirbt Heimrad.
  • Sein Grab wird Ziel einer der großen Wallfahrten des Hochmittelalters. Zwei Jahre nach seinem Tod erkennt der Erzbischof Siegfried von Mainz die Pilgerstätte offiziell an. 1021 lässt er ein sogenanntes Monasterium in Form einer Kirche bauen, in der regelmäßig Gottesdienste stattfinden.
  • Um der Pilgerscharen Herr zu werden, entsteht zunächst ein Chorherrenstift, dessen Kirche 1074 eingeweiht wird.
  • 1081 wird ein Benediktinerkloster auf dem Berg errichtet. Mönche aus dem Kloster Hirsau im Nordschwarzwald kommen, die Lebensgeschichte („Vita“) des Heiligen wird von Mönch Ekkebert verfasst.
  • 1527 wird das Kloster im Zuge der Reformation aufgehoben.
  • 1996 errichteten die Meßkircher Europa-Pfadfinder, deren Patron der heilige Heimrad ist, auf dem Berg Hasungen ein Kreuz.
  • 2012 wird ein Museum „Kloster Hasungen“ in der Gemeinde Zierenfeld eröffnet.

(Quellen: Christoph Witt (2009): Der heilige Heimrad von Meßkirch - Pilger, Priester, Einsiedler/ Stefan Blanz (Hrsg./ (2019): Der heilige Heimrad Priester, Pilger, Pauper Christi; beide Gmeiner-Verlag)
Der Wandermönch Heimrad ist der erste namentlich bekannte Meßkircher.

Im Auftrag des Abts Hartwig von Hersfeld schrieb der Mönch Ekkebert um 1077 die Biographie des Heiligen Heimrads nieder. Darin wird Meßkirch, damals noch als "Messankirche" zum ersten Mal schriftlich überliefert.


Ausschnitt aus der Vita des Heiligen Heimrad
  • Statue des Heiligen Heimrad in der Stadtpfarrkirche St. Martin
  • Deckengemälde von Meinrad von Au in der Stadtpfarrkirche St. Martin
Hl-Heimrad

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