Campus Galli - Karolingische Klosterstadt Meßkirch

Holzarbeiter
Am Hackenberg 92
88605 Meßkirch
Campus Galli - Karolingische Klosterstadt Meßkirch
Betreten der Baustelle erlaubt!
 
Vor über 1200 Jahren zeichneten Mönche auf der Insel Reichenau den Idealplan eines Klosters. Neben einer großen Kirche enthielt der Plan auch Handwerkerhäuser, Stallungen, Gärten und vieles mehr, um das Kloster eigenständig und unabhängig zu machen. Viele Jahrhunderte schlummerte dieser Plan im Archiv der Stiftsbibliothek St.Gallen. Dieser weltberühmte Klosterplan von St.Gallen wird nun bei Meßkirch in die Tat umgesetzt.
 
Der Klosterplan von St.Gallen gilt als eines der bedeutendsten mitteleuropäischen Architekturdokumente, er entstand im frühen 9.Jahrhundert und ist damit deutlich älter als alle anderen Baupläne dieser Art. Er zeigt eine Anordnung von etwa 50 Gebäuden, die alle Funktionen einer eigenständigen Stadt erfüllen. In einem Waldstück von ca. 28 Hektar wird der Klosterplan nun bei Meßkirch im Landkreis Sigmaringen tatsächlich in die Tat umgesetzt. Mit wissenschaftlicher Begleitung entsteht hier Tag für Tag ein Stück Mittelalter, Handwerker schaffen mit den Mitteln des 9. Jahrhunderts eine Stadt: Ochsen ziehen Steinladungen zur Baustelle, Holzbalken werden mit Äxten behauen und aus der Schmiede ertönt der klingende Ton des Amboss im Takt. Daneben wird in zahlreichen Werkstätten entlang des Rundwegs Wolle gefärbt, gesponnen und gewebt, es werden Körbe geflochten, die Schindeln für die Dächer geschlagen, Werkzeug repariert und vieles mehr, was zum Alltag des frühen Mittelalters gehörte. Auf den Äckern und in den Gärten wachsen alte Sorten, wie sie bereits im 9.Jahrhundert bekannt waren und z.T. auf dem Klosterplan vermerkt sind.
 
2014 begannen die Arbeiten an einer Holzkirche, die 2015 fertiggestellt werden soll. Dazu wurde aus Bruchsteinen ein Fundament gemauert und beeindruckende Balken aus ganzen Eichen- und Lärchenstämmen von Hand behauen, die schwersten Balken wiegen über eine Tonne! Während die tragenden Balken bereits stehen, geht es 2015 darum, das Dach aufzubauen und mit Schindeln zu decken, die Steinmetze werden sich um den Fußboden und den Altarsockel kümmern.
 
Auch in früherer Zeit hätte man bei einer Klostergründung zunächst einen Ort zum Beten geschaffen, dann nach und nach Wirtschaftsgebäude und Unterkünfte errichtet, und erst darauf die zentralen steinernen Kirchengebäude. Je nach Fortschritt der Arbeiten an der Holzkirche, wird 2015 auch begonnen eine große Scheune zu bauen, in der zukünftig die Ernte gelagert werden kann.
 
Mehrere Jahrzehnte wird es dauern, bis alle Gebäude des Klosterplans fertig sind. In der Zwischenzeit haben Besucher die Möglichkeit, den Handwerkern täglich bei der Arbeit zuzusehen und auf Wunsch sogar selbst tätig zu werden. Auf dem Marktplatz laden ein abwechslungsreiches Angebot an Speisen und Getränken zum Verweilen ein und während man zum Beispiel eine leckere Klosterwurst genießt, kann man den Zimmermännern direkt beim Behauen der Balken zusehen.
 
Wir laden Sie herzlich ein, die Klosterstadt-Baustelle zu besuchen! Tauchen Sie ein in die faszinierende Zeit des frühen Mittelalters und lassen Sie sich von unserem einzigartigen Bauvorhaben begeistern!