Die geplante Reaktivierung der Bahnstrecke Stockach – Meß-kirch – Mengen als Verlängerung der Seehäsle-Verbindung vonRadolfzell hat eine weitere entscheidende Hürde genommen.Eine vertiefte Nutzen-Kosten-Untersuchung kommt zu demErgebnis, dass die Reaktivierung der Ablachtalbahn mit einemNutzen-Kosten-Verhältnis von 1,24 volkswirtschaftlich sinnvollist. Der Nutzen für die Region übersteigt damit die Investitionsund Betriebskosten um 24 Prozent.Die Untersuchung wurde von den Betreiberkommunen Meß-kirch und Sauldorf gemeinsam mit der Gemeinde Mühlingenbeauftragt und vom Verkehrswissenschaftlichen Institut Stuttgart(VWI) sowie dem Ingenieurbüro biechele infra consult durchgeführt. Sie folgt den standardisierten Vorgaben des Bundesverkehrsministeriums.Attraktive Verbindung zwischen Bodensee und DonauGeplant ist ein durchgehender stündlicher Schienenpersonennahverkehr zwischen Radolfzell und Mengen. Die Busverkehre sollen mit den Landkreisen Konstanz und Sigmaringen soangepasst werden, dass eine optimale Bus-Bahn-Verknüpfungentsteht und die Schülerbusverkehre alle erhalten bleiben!Mit der Reaktivierung entsteht eine attraktive Verbindung zwischen Bodensee und Donau mit Anschlüssen Richtung Konstanz und Zürich im Süden und Ulm und Stuttgart im Norden.Moderne Infrastruktur und kurze FahrzeitenFür den Betrieb ist eine umfassende Erneuerung der Streckevorgesehen. Die Züge sollen künftig überwiegend 80 bis 100km/h fahren können. Dazu gehören neue Gleise, moderne Signaltechnik, barrierefreie Bahnsteige sowie mit Lichtzeichen undSchranken gesicherte Bahnübergänge.
Das Investitionsvolumen wird derzeit auf rund 116 MillionenEuro geschätzt. Die Strecke soll mit batterieelektrischen Zü-gen betrieben werden, die auf elektri¿zierten Abschnitt (Seehäsle) Strom laden.Hohe Nachfrage erwartetDie Gutachter prognostizieren rund 2.700 Fahrten pro Tag aufder Strecke. Südlich von Meßkirch wird eine durchschnittlicheAuslastung von etwa 1.200 Fahrgästen täglich erwartet. Damitwürde die Bahn deutlich mehr Fahrgäste anziehen als ein vergleichbarer Busverkehr.Beitrag für Region, Verkehr und KlimaDie Ablachtalbahn stärkt die Erreichbarkeit der Region für Pendler, Schüler und Tourismus. Gleichzeitig trägt sie zum Klimaschutz bei: Laut Studie könnten jährlich rund 145.500 Pkw-Fahrten vermieden und etwa 743 Tonnen CO2 eingespart werden.Bereits heute zeigt der touristische Verkehr auf der Strecke – betrieben als „Biberbahn“ – eine starke Nachfrage. Im Jahr 2025nutzten 11.652 Fahrgäste das Angebot.Nächste SchritteNach der positiven Potentialanalyse des Landes (2020) und derMachbarkeitsstudie (2023) bildet die Nutzen-Kosten-Untersuchungden dritten wichtigen Planungsschritt. Nun soll die formale Bewertung mit Bund und Land folgen, um Fördermittel aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) zu beantragen.Aktuell sind Förderquoten von bis zu 90 Prozent durch denBund sowie zusätzlich 5 Prozent Landesmittel möglich.Bei einem weiteren planmäßigen Verlauf könnten die Bauarbeiten um 2030 beginnen. Eine Inbetriebnahme des ersten Bauabschnitts zwischen Stockach und Menningen-Leitishofen wäredann etwa 2032 denkbar. Der zweite Bauabschnitt bis Mengenkann im Anschluss erfolgen.Mit dem Verkehrsministerium des Landes Baden-Württemberglaufen die Gespräche für die Bestellung der Züge, ohne die eineReaktivierung nicht möglich ist. Bei Interesse wird die Vorstellung der Ergebnisse entlang der Strecke in allen Kommunen mitden Ingenieurbüros statt¿nden. Die Präsentation mit der Detailplanung wird bei den jeweiligen Veranstaltungen gezeigt undveröffentlicht.Weitere Informationen finden Sie unter www.foerderverein-ablachtalbahn.de.