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Mittwoch, 12.12.2018 / 18:51 Uhr
Tourismus / Campus Galli / Zeitreise ins Mittelalter

Zeitreise ins Mittelalter

Vor über 1200 Jahren zeichneten Mönche auf der Insel Reichenau den Idealplan eines Klosters. Neben einer großen Kirche enthielt der Plan auch Handwerkerhäuser, Stallungen, Gärten und vieles mehr, um das Kloster eigenständig und unabhängig zu machen. Viele Jahrhunderte schlummerte dieser Plan im Archiv der Stiftsbibliothek St.Gallen. Dieser weltberühmte Klosterplan von St.Gallen wird nun bei Meßkirch in die Tat umgesetzt.
 
Der Klosterplan von St.Gallen gilt als eines der bedeutendsten mitteleuropäischen Architekturdokumente, er entstand im frühen 9.Jahrhundert und ist damit deutlich älter als alle anderen Baupläne dieser Art. Er zeigt eine Anordnung von etwa 50 Gebäuden, die alle Funktionen einer eigenständigen Stadt erfüllen. In einem Waldstück von ca. 28 Hektar wird der Klosterplan nun bei Meßkirch tatsächlich in die Tat umgesetzt. Mit wissenschaftlicher Begleitung entsteht hier Tag für Tag ein Stück Mittelalter, Handwerker schaffen mit den Mitteln des 9. Jahrhunderts eine Stadt: Ochsen ziehen Steinladungen zur Baustelle, Holzbalken werden mit Äxten behauen und aus der Schmiede ertönt der klingende Ton des Amboss im Takt. Daneben wird in zahlreichen Werkstätten entlang des Rundwegs Wolle gefärbt, gesponnen und gewebt, es werden Körbe geflochten, die Schindeln für die Dächer geschlagen, Werkzeug repariert und vieles mehr, was zum Alltag des frühen Mittelalters gehörte. Auf den Äckern und in den Gärten wachsen alte Sorten, wie sie bereits im 9.Jahrhundert bekannt waren und zum Teil auf dem Klosterplan vermerkt sind.
 
Mehrere Jahrzehnte wird es dauern, bis alle Gebäude des Klosterplans fertig sind. In der Zwischenzeit haben Besucher die Möglichkeit, den Handwerkern täglich bei der Arbeit zuzusehen und auf Wunsch sogar selbst tätig zu werden. Auf dem Marktplatz laden ein abwechslungsreiches Angebot an Speisen und Getränken zum Verweilen ein und während man zum Beispiel eine leckere Klosterwurst genießt, kann man den Zimmermännern direkt beim Behauen der Balken zusehen.

Ab dem 01.April kehrte das Leben in die Klosterbaustelle „Campus Galli“ zurück. Es öffnete sich im bereits vierten Jahr das Fenster zu längst vergangenen Zeiten, als man noch in mühsamer Handarbeit die Äcker bestellen musste, als jeder Balken und jeder Stein von Hand behauen und mit Ochsenkraft transportiert wurde. 

Seit drei Jahren werden auf dem Abbundplatz Balken aus ganzen Baumstämmen gehauen um eine erste Kirche aus Holz zu errichten. Im letzten Herbst wurden die letzten eichenen Balken auf die Kirche gehievt und der Dachstuhl gerichtet. Erleichterung machte sich breit, als nach Wochen der Vorarbeit endlich der Zimmermann hoch oben stand und seinen Richtspruch von einer Wachstafel ablas. In diesem Jahr werden die Fachwerkwände mit Bohlen geschlossen und das Dach mit Holzschindeln gedeckt, wofür mindestens 15.000 Schindeln benötigt werden. Auch einen Boden und einen Blockaltar wird die Kirche in diesem Jahr bekommen.

An der fertiggestellten Weberhütte kann in diesem Jahr auch wieder die Arbeit am Webstuhl verfolgt werden, die Färberin kocht gegenüber den Färbesud, Wolle wird gesponnen und Arbeitskleidung aus Leinen und Wolle für die Mitarbeiter genäht. Der Besucher wird auch sonst viele kleine Neuerungen auf dem Gelände entdecken, und wie immer gilt bei Campus Galli: Kein Tag ist wie der andere, die Klosterstadt lebt!

2016 präsentiert sich Campus Galli außerdem mit einem neu gestalteten Eingangsbereich, insbesondere auch einem Museumsshop, in dem der Besucher Handwerkserzeugnisse, regionale Produkte, kleine Geschenke und Literatur findet.
 
Wir laden Sie herzlich ein, die Klosterstadt-Baustelle zu besuchen! Tauchen Sie ein in die faszinierende Zeit des frühen Mittelalters und lassen Sie sich von unserem einzigartigen Bauvorhaben begeistern!

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