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Dienstag, 20.11.2018 / 15:42 Uhr

Badischer Geniewinkel

Den Beinamen "Badischer Geniewinkel" verdankt die Stadt Meßkirch ihren bedeutenden Heimatsöhnen, die sie hervorgebracht und geprägt hat:

Meßkirchs bekanntester Sohn ist der hier geborene Philosoph Martin Heidegger. Daneben gibt es noch eine ganze Reihe bedeutender Künstler, Literaten und Denker: der in der Kunstgeschichte als „Meister von Meßkirch“ geführte zimmerische Hofmaler, Graf Froben Christoph von Zimmern, der Verfasser der berühmten "Zimmerischen Chronik", der königlich württembergische Hofmaler Johann Baptist Seele, der Komponist Conradin Kreutzer, Schöpfer zahlreicher Opern und Chorwerke, der Freiburger Erzbischof Conrad Gröber, der Volksschriftsteller Anton Gabele, der Religionsphilosoph Bernhard Welte, oder der Komponist Friedrich Stärk, der viele Jahre als Musikdirektor bei Walt Disney in Hollywood wirkte, um nur die Wichtigsten zu nennen. Mit der Züricher Fürstäbtissin Katharina von Zimmern schafft es aber auch eine Tochter Meßkirchs in die Riege der „Genies“.

Prof. Dr. Martin Heidegger (1889-1976)
Meßkirchs größter Sohn gilt als der bedeutendste Philosoph des 20. Jahrhunderts. Sein Hauptwerk "Sein und Zeit" hatte ihn 1927 weltberühmt gemacht. Die Philosophie des Freiburger Universitätsprofessors hat das abendländische Denken revolutioniert und erweist sich auch im 21. Jahrhundert als Herausforderung. Mit seiner kleinen Schrift "Der Feldweg" hat Heidegger, der auf dem Meßkircher Friedhof seine letzte Ruhestätte fand, seiner Heimatstadt ein Denkmal gesetzt. Meßkirch ist Sitz der internationalen Martin-Heidegger-Gesellschaft, einer Martin-Heidegger-Stiftung und des Martin-Heidegger-Archivs.

Martin-Heidegger-Veranstaltungen

Prof. Dr. Martin Heidegger
Martin Heidegger
Graf Froben Christoph von Zimmern (1519-1567)
Der wichtigste Spross aus dem Geschlecht der Grafen von Zimmern war nicht nur der Erbauer des Meßkircher Renaissanceschlosses, sondern vor allem der Verfasser der berühmten "Zimmerischen Chronik". Diese mit Schwänken, Sagen und Exkursen zur Zeitgeschichte angereicherte Hauschronik gilt als eines der wertvollsten süddeutschen Geschichtswerke und zugleich als ein bedeutendes literarisches Erzählwerk.

Graf Froben Christoph von Zimmern
Graf Froben mit Gattin

Der "Meister von Meßkirch" (ca. 1490-1543)
Der bis heute namentlich noch nicht mit letzter Sicherheit identifizierte Hofmaler der Grafen von Zimmern zählt zu den bedeutendsten süddeutschen Künstlern in der Übergangszeit von der Spätgotik zur Renaissance. Neben den Wandfresken im Kloster Heiligkreuztal hat er vor allem in Meßkirch ein Lebenswerk geschaffen. Von seinen allein für die Stadtkirche gemalten zehn Flügelaltären ist nur ein einziges Bild - die Anbetung der drei Könige - am ursprünglichen Ort erhalten. Zahlreiche Werke des Meisters finden sich heute über die großen Kunstsammlungen rund um den Erdball verstreut. Der Meister von Messkirch
Dreikönigsbild des
Meisters von Meßkirch


 Johann Baptist Seele (1774-1814)
Bekannt geworden ist der Maler Johann Baptist Seele vor allem durch militärische Genrebilder und Porträts. Als königlich württembergischer Hofmaler und Galeriedirektor in Stuttgart genoss Seele die besondere Gunst König Friedrichs I., stand aber in scharfem Gegensatz zu den tonangebenden schwäbischen Klassizisten. In seiner realistischen Kunstauffassung war Seele seiner Zeit weit voraus. Johann Bapist Seele Johann Baptist Seele

Conradin Kreutzer (1780-1849)
Der bedeutendste Komponist Badens hat als Kapellmeister halb Europa bereist und wirkte vor allem in Stuttgart, Donaueschingen und Wien. Er gilt als Hauptvertreter des "musikalischen Biedermeier". Von seinen rund fünfzig Opern und Singspielen hat allein "Das Nachlager in Granada" überdauert. Daneben ist Kreutzer bekannt für seine zahlreichen Solo- und Männerchorlieder, z. B. "Das ist der Tag des Herrn" oder "Droben stehet die Kapelle". Kreutzers Heimatstadt ehrte den Komponisten 1883 mit der Errichtung eines Denkmals vor dem Schloss.

Conradin Kreutzer
Conradin Kreutzer
Conrad Gröber (1872-1948)
Gröber leitete seit 1932 als Erzbischof von Freiburg in einer politisch stürmischen Zeit die oberrheinische Kirchenprovinz. Der überaus populäre Volksbischof wurde dabei schon bald zum Kämpfer für Recht und Gerechtigkeit. Veröffentlichungen Gröbers zeugen darüber hinaus von einer äußerst vielseitigen schriftstellerischen und publizistischen Tätigkeit. Conrad Gröber
Conrad Gröber

Bernhard Welte (1906-1983)
Der Theologe und langjährige Sekretär von Erzbischof Gröber wurde 1951 als Professor für theologische Grenzfragen an die Universität Freiburg berufen. Welte gilt als einer der bedeutendsten deutschen Religionsphilosophen. Er ist Gründer des "Studentenwerks Lateinamerika", das die umfassende Zusammenarbeit zwischen deutschen und lateinamerikanischen Universitäten fördert. Bernhard Welte
Bernhard Welte

Anton Gabele (1890-1966)
Der aus dem Meßkircher Stadtteil Buffenhofen stammende Volksschriftsteller lebte zwar als Studienrat in Koblenz, doch viele seiner historischen Romane und Erzählungen spielen in seiner Heimat. Etliche seiner Bücher - z. B. "Der arme Mann", "Haus zur Sonne", "Der Wundermann vom Bodensee" - erreichten hohe Auflagen. Als volksnaher Erzähler erfreute sich Gabele zu Lebzeiten großer Popularität beim Publikum.

Anton Gabele
Anton Gabele

Friedrich Stärk (1891-1969)
Bereits als Einundzwanzigjähriger war der Sohn eines Meßkircher Brauereibesitzers nach Amerika ausgewandert, um sich dort zunächst als Pianist in Stummfilmkinos ein Auskommen zu suchen. Unter dem Namen "Frederic Stark" wurde er einer der ersten Filmkomponisten. 1938 bis 1961 war Stärk Musikdirektor bei Walt Disney in Hollywood und vertonte in dieser Zeit mehrere weltberühmte Disney-Filme wie "Fantasia" oder "Grand Canyon".

Friedrich Stärk
Friedrich Stärk

Katharina von Zimmern (1478- 1547)
Mit 18 Jahren Fürstäbtissin des Fraumünsterstifts in Zürich geworden, setzte sie Akzente bei dessen Umbau und Reform. 1524 übergab sie in den Wirren der Reformation freiwillig das Kloster an die Stadt um "die Stadt vor Unruhe und Ungemach bewahren und tun, was Zürich lieb und dienlich ist." Zürich blieb deswegen von bürgerkriegsähnlichen Zuständen wie in anderen Regionen verschont, sodass beispielsweise die Altstadt erhalten blieb. Dafür wurde ihr 2004 ein Denkmal errichtet.

Katharina von Zimmern
Familienwappen der Katharina von Zimmern

Abraham a Sancta Clara (1644-1709)
1644 als Johann Ulrich Megerle in Kreenheinstetten geboren, gilt Abraham a Sancta Clara als bedeutendster katholischer Prediger der Barockzeit. Ab 1652 besuchte er vier Jahre lang die Schlossschule in Meßkirch. Mit der Priesterweihe im Orden der Augustiner nahm er den Namen Abraham a Sancta Clara an. Besondere Bekanntheit erzielte er vor allem durch seine sprachgewaltigen Predigten und Schriften. Zum Gedenken an Abraham a Sancta Clara wurde ihm in seinem Geburtsort eine Gedenkstätte errichtet.

Abraham a Sancta Clara
Abraham a Sancta Clara

Arnold Stadler (geboren 1954)
Arnold Stadler wurde 1954 in Meßkirch geboren und wuchs im Sauldorfer Ortsteil Rast auf, wo er seit 1995 auch wieder lebt. Der Autor wurde durch Romane wie „Ich war einmal“ und „Feuerland“ bekannt. Seine teilweise autobiographischen Werke spielen häufig in seiner Heimat und thematisieren dabei die Veränderung dieser Gegend zwischen Oberer Donau und Bodensee.
Arnold Stadler erhielt 1998 den Marie-Luise-Kaschnitz-Preis. 1999 folgte dann der Georg-Büchner-Preis.

Arnold Stadler
Arnold Stadler

Heimrad von Meßkirch
Der Wandermönch Heimrad ist der erste namentlich bekannte Meßkircher. In seiner Lebensbeschreibung wird der Name Meßkirch als Messankirche zum ersten Mal schriftlich überliefert. Heimrad wird als Heiliger verehrt. Er wirkte als Missionar im östlichen Deutschland und starb am 27. Juni 1019 auf dem Hasunger Berg bei Kassel. Sein Grab war im Mittelalter ein gesuchter Wallfahrtsort. Hl-Heimrad
Heimrad von Meßkirch

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