Campus Galli - Karolingische Klosterstadt Meßkirch
- Eröffnung am 22. Juni 2013

 
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Der Verein „Karolingische Klosterstadt“ plant in Anlehnung an den weltberühmten Klosterplan von Sankt Gallen, den Bau einer Klosterstadt der Karolinger Zeit. Der Plan, entstanden Anfang des 9. Jahrhunderts auf der Bodenseeinsel Reichenau und seit ca. 830 n. Chr. in der Stiftsbibliothek von Sankt Gallen verwahrt, ist die älteste erhaltene Bauzeichnung zwischen der Antike und dem Mittelalter.

Modell Karolingische Klosterstadt

Der Klosterplan wurde nie in seiner Gesamtheit in die Tat umgesetzt. Jetzt, fast 1.200 Jahren nach der Entstehung, soll der Plan in einer Bauzeit von rund 40 Jahren entstehen; ausschließlich mit den Mitteln des 9. Jahrhunderts; also völlig ohne Maschinen. Alle Baumaterialien (Stein, Lehm und Holz) werden direkt auf der Baustelle gewonnen.

Das Vorbild des Campus Galli, der Klosterplan von Sankt Gallen, entstand
unter der Herrschaft der Karolinger. Durch Krieg und Diplomatie schufen die Könige der Franken ein Reich, das sich schließlich unter Karl dem Großen über weite Teile des heutigen Frankreichs, Deutschlands, Belgiens, den Niederlanden, Luxemburgs, Österreichs und der Schweiz sowie Italien erstreckte. Karl zeigte nicht nur auf dem Schlachtfeld seinen eisernen Willen, sondern wollte sein Reich auch zu einer neuen kulturellen Blüte führen. Antike Schriftkultur und Baukunst, aber auch die Kirchenliturgie sollten umfassend erneuert werden. Die Klöster des Karolinger Reiches waren eine wichtige Stütze dieser frühmittelalterlichen „Bildungsoffensive“ und wurden von Karl dem Großen großzügig gefördert. Der Klosterplan von Sankt Gallen ist ein bedeutendes Kulturgut des Bodenseeraums, für welches derzeit der Antrag auf Eintragung als UNESCO Weltschrifterbe läuft. Deshalb ist die Realisierung des Planes in Meßkirch genau an der richtigen Stelle, da so auch die Umsetzung im Bodenseeraum geschieht, so dass sich ein hervorragender Dreiklang bildet: geschaffen auf der Insel Reichenau, verwahrt in St. Gallen, realisiert in Meßkirch!

Campus Galli

Entstehen soll die Anlage in direkter Nähe von Meßkirch, Luftlinie ca. 20 Kilometer vom Bodensee entfernt: Campus Galli wird im Walddistrikt „Hackenberg“ der Stadt Meßkirch errichtet. Diese Fläche liegt sehr verkehrsgünstig zwischen den Stadtteilen Rohrdorf und Langenhart in direkter Nähe zur Bundesstraße 313 aber eben doch versteckt, so dass hier die perfekte Illusion des 9. Jahrhunderts hergestellt werden kann. Die Klosteranlage wird wie es früher üblich war, aus dem Wald heraus entstehen, man wird also auf einer Grundfläche von 8 Hektar langsam die Stadt aus dem Wald „herausschlagen“. Hinzu kommen noch Weidefläche, Parkplatz und sonstige Nebenflächen, sodass das Gesamtgebiet von Campus Galli etwa 28 Hektar umfassen wird. Die Anlage wird, eingebettet in die Natur mit schöner Südsicht Richtung Meßkirch und Alpen, auf einem Höhenrücken entstehen und zugleich optisch abgeschirmt von der direkten landwirtschaftlichen Umgebung sein. Der Baugrund ist extrem lehmig und kalksteinhaltig, dies sind ideale Voraussetzungen für den Bau der Klosterstadt,
denn die wichtigsten Baustoffe kommen auf dem Baugrundstück selber vor und können so vor Ort ohne lange Transportwege gewonnen werden.

Campus Galli

Derzeit erfolgt die Herstellung der Grundinfrastruktur für die Baustelle. Bereits seit April 2012 hat in Zusammenarbeit mit dem Jobcenter Sigmaringen, dem Werkstättle Pfullendorf und dem Verein Karolingische Klosterstadt e. V. ein Beschäftigungsprojekt für Langzeitarbeitslose damit begonnen, Teile der Handwerkerhütten vorzubereiten, die historischen Kleidungsstücke für die Handwerker zu nähen und tausende von Holzschindeln zu produzieren. All diese vorbereitenden Maßnahmen werden dazu beitragen, dass die Baustelle nun historisch hergerichtet werden kann, sodass binnen weniger Wochen dank dieser Vorfertigung originalgetreu eine mittelalterliche Baustelleneinrichtung entsteht. Durch die umfangreiche Vorbereitung ist gewährleistet, dass die Besucher der Karolingischen Klosterstadt Meßkirch ein attraktives Angebot vorfinden, vom Picknick- und Spielplatzbereich über die historische Baustelle, bis hin zur Tierhaltung.

Campus Galli

Des Weiteren wurde ein wissenschaftlicher Beirat ins Leben gerufen, bei dem schon über 15 renommierte Wissenschaftler, aus allen notwendigen Fachrichtungen ihre Mitarbeit zugesagt haben. Dies sind unter anderem die Fachrichtungen Architektur, Archäologie und Historie. Dieser Beirat wird mindestens einmal im Jahr tagen, um den Baufortgang zu prüfen und die nächsten Bauabschnitte zu planen. Wichtig ist natürlich, dass die Baustelle den strengen Anforderungen der Wissenschaft standhält, denn die Originaltreue ist ein elementarer Baustein der Anlage. Dies macht das Projekt natürlich auch für die Wissenschaftler umso interessanter, denn zum ersten Mal werden bei der Umsetzung eines 1.200 Jahre alten Bauplanes die praktischen Probleme offenbar und auch dokumentiert, so dass aus der Baustelle ein wichtiger Erkenntnisgewinn für die Wissenschaft bei der Erforschung des frühen Mittelalters erwächst.


Öffnungszeiten und Preise:

  • Geöffnet in 2013 vom 22. Juni bis zum 11. November 2013
    In den Jahren danach immer vom 2. April bis zum 11. November.
    Wöchentlicher Ruhetag: Montag

    Öffnungszeiten:
    1. April bis 31. August von 10 Uhr bis 18 Uhr, montags geschlossen
    September bis zum 11. November von 10 Uhr bis 17 Uhr, montags geschlossen
    Eintritt bis eine Stunde vor Schließung der Baustelle

  • Eintrittspreise:

    Einzelbesucher:      
    Erwachsene: 9,00 €
    Kinder: 6 bis 16 Jahre: 6,00 €
    Schüler, Studenten mit Ausweis ab 16 Jahren: 7,00 €
    Familien bis zwei Kindern von 6 - 15 Jahren: 21,50 €
    jedes weitere Kind: 3,50 €

    Gruppen:
    Reisegruppen (mind. 20 Personen) je Person: 8,00 €
    Schulklassen (ab 15 Schüler) je Person: 5,50 €

  • Gruppenführungen durch unsere erfahrenen Guides müssen unbedingt vorher angemeldet werden.

    Bei Führungen von Kindergruppen wird je Person ein Zuschlag von 1,50 € erhoben.
    Bei Führungen von Erwachsenengruppen wird je Person ein Zuschlag von 2,50 € erhoben.
    Die Führungen dauern ca. 1,5 Stunden.

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