Regenwasserbehandlung "Oberdorf" in Rohrdorf im Haushaltsjahr 2010 die größte Abwasser-Maßnahme
- Bürgermeister Arne Zwick erläuterte in der letzten öffentlichen Gemeinderatssitzung die Vorgehensweise der Stadt Meßkirch bezüglich der Investitionen im Bereich der Abwasserbeseitigung. In den letzten Jahren hat die Stadt Meßkirch kontinuierlich für die Verbesserung der Abwasser-Situation in der Kernstadt und den Ortsteilen Haushaltsmittel in großem Umfang bereitgestellt. An „allen Ecken und Enden“ bestand enormer „Nachholbedarf“, um im Abwasserbereich den heutigen Standard zu erreichen. Im Allgemeinen Kanalisationsplan (AKP) sind sowohl der Zustand der einzelnen Bereiche sowie die notwendigen Maßnahmen fest. Nach der Dringlichkeit der Abschnitte wird eine Prioritätenliste aufgestellt. Diese muss mit dem Landratsamt Sigmaringen abgestimmt werden. Dabei wird festgelegt, in welcher Reihenfolge die Maßnahmen im Haushaltsplan zu berücksichtigen sind. Die Stadt hatte somit in jedem Haushaltsjahr wahre „finanzielle Kraftakte“ zu vollbringen. Immer weiter zurückgehende Zuschussmittel für Abwassermaßnahmen erschwerten die Situation zudem.
Auch im Haushaltsjahr 2010 ist neben der flächendeckenden DSL-Verkabelung eine große Abwassermaßnahme zur Realisierung vorgesehen. Dabei geht es um die Regenwasserbehandlungsmaßnahme „Oberdorf“ in Rohrdorf. Vorausgesetzt, die Stadt Meßkirch erhält auf ihren Förderantrag einen positiven Bewilligungsbescheid (Eingang wird für Anfang April 2010 erwartet), könnte mit der Baumaßnahme nach der öffentlichen Ausschreibung etwa im Juni 2010 begonnen werden. Zuvor ist vorgesehen, in Rohrdorf eine Bürgerversammlung durchzuführen, um den betroffenen Anliegern genaue Informationen über das geplante Vorhaben und den Zeitplan zu geben. Außerdem können bei diesem Termin Detailfragen der Bürger erörtert werden.
Beschreibung der Maßnahme
Im Süden von Rohrdorf befindet sich bereits ein Stauraumkanal mit Regenüberlauf, dessen Volumen allerdings völlig unzureichend ist. Um eine geordnete Regenwasserbehandlung zu gewährleisten (Zurückhaltung der Schmutzfracht im Regenfall) muss hier ein größeres Rückhaltevolumen geschaffen werden. Dazu ist geplant, einen Stauraumkanal zu erstellen (Rohrbecken, Durchmesser 2.800 mm, Länge ca. 67 m, mit Regenüberlauf und Rechen, Volumen 435 m³). Im gleichen Zuge soll die Infrastruktur in der Maiengrundstraße, insbesondere der Kanal, welcher aufgrund seiner Dimensionierung und Tiefenlage immer wieder zu Problemen für die angeschlossenen Gebäude führt, erneuert werden. Durch die Tieferlegung und Aufweitung des Kanals wird eine deutliche Verbesserung geschaffen. Des Weiteren wird der Zuleitungskanal in der Meßkircher Straße auf einem Teilstück erneuert; ein weiteres Teilstück wird mittels Inliner-Technik saniert. Um die anfallenden Wassermassen im Entlastungsfall (2.500 l/sec) schadlos in den Madenwiesengraben einzuleiten, wird unterhalb der Entlastungsstelle ein Retentionsraum mit einem Volumen von cirka 3.500 m³ geschaffen. Dieses Wasser wird dann gedrosselt dem Madenwiesengraben zugeführt.
In der Maiengrundstraße wird ergänzend zu den Kanalarbeiten die Wasserleitung ausgetauscht sowie die Fahrbahn mit Unterbau erneuert. Außerdem erfolgen der Einbau des einseitigen Gehwegs entlang dem Baugebiet „Öhmdwiesen“ und die Erneuerung der Straßenbeleuchtung.
Kosten der Maßnahme
Die Kostenberechnung wurde vom planenden Ingenieurbüro GKW-Ingenieure Ravensburg, auf der Basis der gegenwärtigen Kostenentwicklung durchgeführt. Die Summen im Einzelnen:
Kanäle, Sammler 670.000,00 € Stauraumkanal (Rohrbecken) 505.000,00 € Graben und Retention 210.000,00 € Bachverlegung 59.000,00 € Inlinersanierung 110.000,00 € Wasserleitungen 138.000,00 €
Die Gesamtbaukosten belaufen sich somit auf rund 1.692.000 Euro brutto. Als Finanzhilfe erwartet die Stadt Meßkirch hierfür einen Zuschuss nach den Wasserwirtschaftsrichtlinien in Höhe von cirka 30% der anrechnungsfähigen Investitionskosten.